Laien reanimieren häufiger

08.07.18

Die Laienreanimationsquote in Deutschland ist im Jahr 2017 um 5% gestiegen und liegt aktuell bei 42%. Das teilte der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) jetzt mit und beruft sich damit auf Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters. Zwar liege Deutschland immer noch deutlich unter den Quoten anderer europäischer Länder, in denen bis zu 75% erreicht werden, aber vor sechs Jahren lag sie noch bei unter 20%. Die Laienreanimationsquote befinde sich damit auf einem historischen Höchststand, so der GRC. Ziel sei es, bis zum Jahr 2020 eine Quote von über 50% zu erreichen. Am 16. Oktober 2018 wird der erste weltweite Tag der Wiederbelebung „World Restart a Heart Day“ (WRAHD) stattfinden. Unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) werde es rund um dieses Datum Aktionen geben, die das Bewusstsein der Bevölkerung für den Herzkreislaufstillstand stärken und Laien in Wiederbelebungsmaßnahmen ausbilden sollen. In Deutschland findet zudem vom 17. bis 23. September 2018 noch die „Woche der Wiederbelebung“ statt.

Deutsches Reanimationsregister (Mai 2017)

Beim Treffen des Deutschen Reanimationsregisters am 26. April 2017 in Frankfurt wurde erstmals auch der Jahresbericht „ Außerklinische Reanimation“ vorgelegt. Grundlage des Berichts sind 5.467 Datensätze aus 167 Rettungsdiensten des vergangenen Jahres. In der öffentlich zugänglichen Zusammenfassung wird nur ein Teil der erfassten Datenfelder dargestellt. Die Teilnehmer des Reanimationsregisters erhalten einen umfassenden Bericht, der die eigenen Standortdaten detailliert präsentiert und in den Kontext der bundesweiten Ergebnisse setzt. Die Darstellung orientiert sich dabei am sogenannten Utstein-Report, dem international standardisierten Berichtsformat für außerklinische Reanimationen. Darunter werden rettungsdienstliche Reanimationsversuche bei Herz-Kreislauf-Stillständen unterschiedlicher vermuteter oder bestätigter Ursache verstanden.Der weit überwiegende Teil der Reanimationen fand auch im vergangenen Jahr im häuslichen Umfeld statt (72,9%). In der geringen Zahl der in der Öffentlichkeit stattgefundenen Reanimationen (901 = 16,5%) sehen die Verfasser des Berichts den Grund für den enttäuschenden Effekt der Public Access Defibrillation. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug im vergangenen Jahr 68,6 Jahre, Kinder und sehr junge Patienten seien eine Ausnahme. Nur wenige Herz-Kreislauf-Stillstände fanden unter Monitoring des Rettungsdienstes statt. Ein hoher Anteil von 56% werde allerdings bezeugt und biete damit die Möglichkeit eines sofortigen Notrufes mit unmittelbarem Beginn der Reanimation durch Notfallzeugen. In 40,8% der Ereignisse fanden Reanimationsmaßnahmen statt, bevor der Rettungsdienst eintraf. In einem Teil der Fälle erfolgte dies durch First Responder. In 63,1% der Fälle wurde eine kardiale Ursache des Herz-Kreislauf-Stillstandes angenommen (Trauma 3,2%, Ertrinken 0,4%, respiratorisch/hypoxisch 12,1%, Sonst. nicht-kardial 8,9%, unbekannt 12,5%). In 33,9% der Reanimationen erfolgte aufgrund von Kammerflimmern oder -tachykadie eine Defibrillation. Bei 36,2 % wurde eine supraglottische Atemwegshilfe verwendet. 37,6% der Patienten erreichten das Krankenhaus mit wiedereinsetzendem Spontankreislauf (Return of spontaneous Circulation, ROSC), 23,1% überlebten die nächsten 24 Stunden. Nur 12% verließen lebend das Krankenhaus.



HvO-Gruppen im DRK KV Bühl-Achern